Warum habe ich die Rubrik „fettarme Rezepte, vegan“ umbenannt?

Ich habe die Rubrik „fettarme Rezepte, vegan“ umbenannt in „fettarme Rezepte, ganz ohne tierisches Eiweiß und tierische Fette“, ich will euch sagen, warum.

Ich bin kein ethisch motivierter Veganer, das wird mir immer mehr klar. Ich esse weitgehend ohne Tierprodukte, aus rein gesundheitlichen Gründen, obwohl mir sehr wohl der Tierschutzgedanken wichtig ist und mir die Artgerechte Haltung von Tieren und die Vermeidung von Tierleid ein Anliegen ist. Trotzdem halte ich es aus ethischen Gesichtspunkten durchaus nicht für verwerflich, hin und wieder tierische Produkte zu verzehren, ich habe damit bei anderen Menschen kein Problem und hätte das auch nicht bei mir selbst. Tatsache ist einfach, dass es mir besser geht ohne tierische Produkte und mit einer Pflanzenbasierten, einigermaßen fettarmen Kost, die ich jetzt seit Monaten praktiziere. Sollte ich aber später einmal wieder tierische Produkte in geringen Mengen vertragen und meine Gesundheit weiterhin dabei in gutem Zustand bleiben, könnte ich mir auch vorstellen, sie in ganz geringen Mengen wieder zu verzehren. Diese Haltung widerspricht dem veganen Gedanken. Ich merke, ich bin kein Veganer, mir fehlt weitgehend die ethische Komponente in meiner Motivation tierproduktfrei zu essen. Ich will mich also nicht besser darstellen, als ich tatsächlich bin und nenne meine Rezepte deshalb nun nicht mehr vegan. Veganer ist man mit ganzem Herzen und voller Überzeugung, also ganz oder gar nicht – das bin ich definitiv nicht.

Zudem ist es so, dass ich seit einiger Zeit zum Süßen wieder Honig verwende, ich süße nur noch mit Honig oder mit Datteln. Agavendicksaft verwende ich nicht mehr, da ich doch zu dem Schluss gekommen bin, dass Honig ein wesentlich natürlicheres und unbehandelteres Lebensmittel ist und von daher sicher vorteilhafter für die Gesundheit. Honig ist nicht vegan, auch daher passt diese Bezeichnung nicht mehr zu den Rezepten.

Danke für alle, die mir da den Kopf wieder zurecht gerückt haben, ganz besonders gilt mein Dank hier Ute Wilkesmann. Im Grunde hab ich das ja schon gewusst, aber ich wollt es nicht so recht wahrhaben. Ich hab mir eine Zeit lang in meiner anfänglichen Begeisterung gedacht, vegan ist mir sogar wichtiger, als vollwertig. Ich denke mittlerweile anders, ich glaube, Vollwert ist das, was den Auschlag weit mehr gibt. Das wird meiner Ansicht nach in der FoK Bewegung zu wenig beachtet. Ich glaube mittlerweile, es ist weniger schädlich ein wenig pflanzliches Fett (die Betonung liegt auf „wenig“) oder mal ein tiersches Produkt hier und da zu verwenden, als unvollwertige Dinge zu verzehren. Alles das hat zum Entschluss geführt, die Rezepte nicht mehr vegan zu nennen und das Wort „vegan“ auf meinem Blog nicht mehr zu verwenden. Ich hoffe, ihr könnt meine Beweggründe nachvollziehen.

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8 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. sandra
    Nov 11, 2013 @ 13:31:27

    Kann ich voll und ganz nachvollziehen. Wenn mich Einer fragt ob ich Veganerin bin, verneine ich grundsätzlich. Aber Vegetariererin bin ich auch nicht. Dann wird es kompliziert 😉
    Mit tiereiweißarmer Vollwertkost kann so Keiner was anfangen.Deshalb mache ich (leider) immer mal wieder Ausnahmen. Dir wünsche ich weiterhin alles Gute auf deinem (Ernährungs-)Weg. Die Bezeichnung trifft jetzt wirklich ins Schwarze!

    Antwort

    • Daniela
      Nov 11, 2013 @ 20:17:02

      Schön, dass du meine Gedanken nachvollziehen kannst, liebe Sandra. Ich denke auch, so passt die Bezeichnung zu meiner Art zu essen besser. 🙂
      Auch dir von Herzen alles Gute auf deinem Weg!

      Antwort

  2. Marita Rüter
    Nov 11, 2013 @ 15:14:08

    Kann ich ebenfalls gut nachvollziehen. Vegetarierin bin ich seit sieben Jahren,
    Veganerin bin ich aber nicht, da auch ich lieber mit ein wenig gutem Honig
    süße und noch maßvoll Butter und Sahne verwende. Dabei achte ich dann
    sehr darauf, wie diese Produkte erzeugt wurden. ( z.B. Bienen, die nach Mög-
    lichkeit ohne Zuckerlösung gefüttert werden). Im Laufe der “ Vollwertzeit“
    habe ich den Anteil an diesen Produkten schon um die Hälfte reduziert und suche
    für zwischendurch immer nach leckeren veganen Rezepten.
    Für mich ist es auch wichtig, den Anteil an Frischkost einigermaßen hoch zu halten, da benötige ich dann automatisch weniger „tiereiweißarme“ Produkte.
    Der Tierschutzgedanke ist mir dabei auch sehr wichtig, deshalb kann ich es
    einfach nicht nachvollziehen, wenn angebliche Tierfreunde ihr tägliches
    Fleisch und viele andere tierische Erzeugnisse möglichst billig und in großen
    Mengen konsumieren. Ein Hund wird dann verhätschelt, aber Kühe, Schweine
    und Hühner sollen eben für andere menschliche “ Bedürfnisse“ da sein.

    Liebe Grüße
    Marita

    Antwort

  3. Daniela
    Nov 11, 2013 @ 20:21:20

    Ja, Marita, das ist in der Tat ein ziemlicher Widerspruch. Ich glaube, das liegt daran, dass bei den meisten Menschen der Verdrängungsmechanismus sehr gut funktioniert und einfach zu wenig nachgedacht wird. Ich verwende ja seit einiger Zeit so gut wie keine tierischen Produkte (außer Honig), habe das aber lange Zeit meines Lebens getan und verurteile deshalb auch niemand anderen, der das tut.
    Danke, liebe Marita, für dein interessantes Feedback! 🙂

    Antwort

  4. SW
    Nov 14, 2013 @ 20:44:56

    Ich finde es nicht schlimm, wenn man eine vegane Ernährung zumindest anstrebt. Vegan ist das, was man isst. Die Gründe für vegane Ernährung können sich von Mensch zu Mensch unterscheiden, aber man muss sich nicht schlecht fühlen, nur weil man hin und wieder von seinem Ideal abweicht. Liebe Grüße 🙂

    Antwort

    • Daniela
      Nov 14, 2013 @ 21:22:16

      Hallo SW, herzlich Willkommen auf meinem Blog, Danke für deinen Kommentar! 🙂
      Ich dachte halt, wenn ich nicht wirklich ganz vegan bin, wegen des Honigs, ist es nicht passend, es vegan zu nennen. Zudem hab ich es in letzter Zeit immer mehr so empfunden, dass mit Veganismus eine bestimmte Weltsicht untrennbar einher geht, die einfach nicht ganz zu 100% die meine ist. Drum wollt ich das halt einfach ehrlich klar stellen, um nicht meine Leser zu verwirren oder gar einen falschen Eindruck zu erwecken.

      Antwort

      • OneBBO
        Nov 17, 2013 @ 09:56:02

        Du hast völlig Recht mit der Umbenennung. Zum Veganen gehört nun einmal, dass auch kein Honig gegessen werden darf. Das ist völlig unabhängig davon, was man tut – es geht um eine Wortbedeutung. Diesen Blog weiterhin „Vegan“ zu bezeichnen ist so, als würdest du ein Bild in verschiedenen Blautönen „Rote Farben“ nennen oder einen Menschen, der ein gutes Einkommen hat, arm.

        Und du hast auch Recht mit der Weltanschauung: Vegan ist genau das! Wenn ich sage „ich esse keine Tierprodukte“ ist das etwas anderes als „ich bin Veganer“, auch wenn auf dem Teller das gleiche Essen liegt 🙂 Denn ich kann Tiere hassen und trotzdem keine Tierprodukte essen, weil es meiner Gesundheit schadet. Wer sich „Veganer“ nennt hat mit der Gesundheit nicht direkt etwas am Hut.

  5. Daniela
    Nov 17, 2013 @ 13:43:52

    Danke für dein Feedback, Ute, genau so sehe ich das auch. 🙂

    Antwort

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